in den vermeintlichen
randbezirken der aufmerksamkeit
hämmert es eisen auf eisen
bleich
bis zur unkenntlichkeit
der geist
nur allzu klar das unerhörte
dunkel
draußen
einmal wird einen schritt
zu weit
gegangen worden sein
Dienstag, 13. Dezember 2016
für einen, den ich verloren gehen ließ
vielleicht ist es noch nacht bei dir
vielleicht ein morgenschimmer
ich fühle, wie du ruhst in mir
vielleicht ist es für immer
Freitag, 9. Dezember 2016
altmodisch
das radio
scheppert ein wenig
es sind
material
laut
stärke
und noch etwas
das nicht paßt
ich dachte
es käme nicht wieder
aber es ist
immer
schon da
Montag, 5. Dezember 2016
noch so ein wort
es fragt sich
was du sein sollst
da ein ob
sich längst erübrigt
du bist keine knospe
die sich schon vor dem winter
genauestens verplant hat
der chinesische meister
malte eine landschaft
ging in sie hinein
und verschwand
Samstag, 26. November 2016
klein bei II
fischauge
ist so ein wort;
du bist dich losgeworden,
wirst aber beobachtet;
auf der farbskala zwischen grau
und schlechtem nachgeschmack;
du gehst dahin;
nieselregen
ist auch so ein wort.
Donnerstag, 24. November 2016
klein bei
sie nehmen die leeren
flaschen für voll
das ist die dumme
angewohnheit der klugen
wir gehen, sagen sie
und sind längst gegangen
zu weit
von wo man besser sieht, aber
wo sie weder hier sind
noch da
Donnerstag, 17. November 2016
die fernen tode
zeichen lösten sich
aus deinen händen für mich
stiegen auf
wurden nicht mehr gesehn
ich lausche – du gehst
in deine richtung
oben gleitet ein vogel
als mein schatten
du bist mein leiser
fast willkommener schrecken
Dienstag, 15. November 2016
believe it or not
I was a muse once
like all the other Mariannes
who did not understand
(nor did I understand)
that they are just some
among the multitudes
and that they are muses
nothing else, only that
Sonntag, 13. November 2016
november 2016
es stimmt nicht
daß die welt sich erwärmt
innerlich kocht sie
und mir wird nur kälter
auf ihr
schluß ist
mit den eindeutigkeiten
wer weiß schon
ob sich´s lebt oder stirbt
oder wie sie´s gern hätten
du sollst verbrennen
doch es soll dich nicht geben
nimm deine hände an dich
der mond heute nacht ist voll
und riesig
Sonntag, 6. November 2016
unmerklich
der tag kriecht herauf
du horchst –
laute aber
sie wollen nichts
besagen
es ist noch gar nicht winter
leergefegt die wege be-
fahrbar
Montag, 31. Oktober 2016
in strömen
ein tag
der nichts fordert
als bleiben
ausgesetzt
alles messen und teilen
zeit und augen
weit entschärft
sehen unsehend
was vor dem fenster
dahinter
befreit
Sonntag, 23. Oktober 2016
dann wieder ...
dann wieder
der schwindel
wenn ein augenblick es schafft
auszubrechen
aus dem regelwerk
sein eigenes erstaunen findet
und in freiheit verglimmt
im all
so also will liebe zerfallen
um liebe zu sein
die erklärung dafür
habe ich vergessen
ich weiß nur du bist
in einer neuen musik
Dienstag, 18. Oktober 2016
umlauf
steine geschleudert
in den tiefen raum
sind schwerelos
nur wir sind schwer
welchen weg gibt es
hinaus oder hinein
für mich in meinem leben
für dich in deinem leben
alle wesen in ihrem kampf
suchen nach ihrer unsichtbarkeit
drücken sich eine mulde zurecht
in der sie schlafen schlafen
und doch nimmt
es
uns mit
Montag, 3. Oktober 2016
night vision
es ist nicht so
daß mir meine gedanken gefallen
ich mache sie mir ungern
und gleichsam stoßweise
die wachsenden schatten
sind nicht auszustreichen
mit schattenhänden
hinter den worten
sehe ich dein bild
und hinter dem bild
unendliches land
das du auch bist
in allen richtungen
im dunkel
wie der diensthabende
stern es will
das herz wagt nur
als schatten zu schlagen
Montag, 26. September 2016
hale bopp
wir lagen auf dem rücken im wüstensand
der nachts kalt ist
er war schon im entschwinden
und zitterte durch mein fernglas
ich weiß noch, wie ich dachte, da draußen –
was für eine einsamkeit
man sagt, er kommt wieder
in vielen jahren
ob dann noch jemand weiß, was wir sahen
und jemand sieht?
Samstag, 17. September 2016
ariel III
der mond ist herauf
gleitest herbei
durch die herber gewordenen
lüfte
hand in hand
und wie geborgen
merken wir auf
töne
ist eigensinniges dabei?
doch dich
behalte ich für mich
allein
Freitag, 9. September 2016
wie es war
es wurde heller
die späte stunde
herausgehoben -
die frage schwand
ich weiß nicht mehr
wer nahm meine hand
dies ist keine frage
nur ein halten -
wie wenig ich doch weiß
von dir
nun löst sich alles
auf was ich weiß
ist
so war es bei mir
nicht mehr
Freitag, 2. September 2016
wozu
ich frage nicht danach
ob der zufall weiter
verwendung für mich hat
kann sein ich hätte noch so viel
zu verlieren
schaue aus nach augenblicken
streunenden gelegenheiten
entlegenen wegen
auf denen einst du kamst gesungen
um ein stück mit dir zu gehen
nichts soll es zu geben geben
blüte wird frucht
und fällt –
ich frage nicht danach
wozu winde wehen
Freitag, 26. August 2016
mit olof palme
im traum gestern nacht
der weiterhin schwebt
ging ich hin und wieder
führte ein boot
über land und wasser
im dienst an dir
du warst so klar
und lebendig
da kamen im traum
zweifel am traum
in dem ich war
und ich schämte mich
aber fragte dich schließlich:
in welchem jahr
leben wir eigentlich?