Montag, 28. März 2016




nacht einst, königsblau


an den dünnen stellen
einzusinken –

nichts ist einfach
nur selbstverständlich

ich schleiche mich
zu den dünnen stellen

nachtschatten umreißen
meine kommenden grenzen
heben sie auf

erinnerung gleitet
zurück tag für tag

bis die begegnung
nicht einmal stattfand
sondern ich ging vorbei




Dienstag, 22. März 2016





dieser wiedergänger
(auch seele genannt)

warte nur
auf deine bedeutung

das blaue mosaik
der sekunde
des baums

eine strenge skala
nach innen zu

die sich noch nicht
will




Sonntag, 13. März 2016




aalglatt


das wanken
verließ uns
etwas
stand still
und wir lauschten
auf das schüttern
eines meeres
unter uns
als wären wir immer
gewesen
immer liegend
plötzlich
auf der weißen haut
eines strandes




Mittwoch, 9. März 2016




sand



geistesabwesend faltet der schatten
des baumes ein boot

läßt es zu wasser
den abend es mitnehmen
über den rand

du hörst und siehst
was die worte sagen

all dies bleibt

dennoch unbegreiflich




Donnerstag, 3. März 2016




nämlich



den schauer entlang
am rücken hinab
meiner innenseite

erinnre diesen augenblick
in einem andern
der dich formte dich
aus lehm geformt

am längsten sind wir nicht da
dinge wenden das blatt

diesseits jenseits in
groben
zügen

die harke ergreifend
sich zu stillen




Samstag, 27. Februar 2016




zur unzeit



rufe schlagen aus
über das große wasser

verlorene vögel
die in ihren leib zurückwollen

sinken tiefer während
erinnern steigt

aller angst beraubt und aufgeregt
wie ein neuer gedanke –

laß mich ungefragt
steine sind mein brot

für dich dem ich erzähle bin ich
verflogen ein ton

der schweigt?




Samstag, 20. Februar 2016




wetterzeichen



durchlässig werden –

die knochen fangen rohe kälte ein
und benennen die dinge
in ihrer eigenen sprache
der ausweichenden sprache
des verfalls

graue unbrauchbarkeit
verwirkliche mich
noch ein kleines stück weiter

so weit